01.12.2011
Die Salzburg AG will im sogenannten Windsfeld am Alpenhauptkamm in Flachau bis zu sechs Windkrafträder errichten. Die Grundbesitzer, eine Alpsgenossenschaft von fünf Bauern, haben sich für den Bau ausgesprochen. Ein „Standortvertrag“ ist bereits unterzeichnet. Und auch die Gemeinde ist „vorsichtig dafür“. Unterstützung für die Pläne kommen zudem von der Salzburger Landesregierung, die in Sachen erneuerbarer Energie einigen Aufholbedarf festgestellt und deshalb ein Umdenken eingeleitet hat.
Klare Bedenken aber hat die Naturschutzabteilung des Landes: Die notwendige Aufschließung von Flachauwinkel über die Pleißlingalmen bis in das Windsfeld sei kaum bewilligbar, so die Naturschützer. Hauptgrund: Bis zur Unterpleißlingalm führt zwar bereits ein Almweg, weiter hinauf aber müsste die Straße zum Teil aus dem Fels gesprengt werden. Die Steilheit des Geländes würde dafür sorgen, dass der Weg weithin sichtbar die Landschaft verunstalte, so der Naturschutz. Diesbezügliche Bedenken hatte es auch in der Tourismusbranche in Flachau gegeben.
Die Naturschutzabteilung aber sagt nicht prinzipiell „Nein“ zum Projekt und hat die Betreiber daher aufgefordert, Alternativen für die Erschließung vorzulegen. Dabei kristallisiert sich nun ein Favorit heraus: Wegebau über das Lantschfeld in der Lungauer Gemeinde Tweng. „Ja,“, sagt Erich Feldbaumer von der Salzburg AG, „das ist eine mögliche Variante. Das bedeutet aber nicht, dass die Aufschließung über Flachau vom Tisch ist.“ Die Vorbereitungen über verschiedene Varianten aber sind so weit gediehen, dass, so Feldbaumer, die Ergebnisse der Behörde schon demnächst vorgelegt werden.
Die Lantschfeld-Variante nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Wolfgang Peter von Projektpartner Salzachwind: „Der Bau des Weges vom Lantschfeld aus wäre wesentlich flacher und einfacher zu bewerkstelligen.“
Bis in den Talschluss führt bereits eine Straße. Von dort gibt es einen Traktorweg bis weit hinauf. Lediglich die letzten 2,5 Kilometer müssten vollkommen neu errichtet werden. Mit der betroffenen Alpsgenossenschaft wurden bereits Gespräche geführt. Die Bauern zeigen sich „nicht abgeneigt“.
Ausgearbeitet haben die Trassenvorschläge für die Salzburg AG Experten der österreichischen Bundesforste. Auch eine Biotopkartierung wurde bereits durchgeführt. Sie listet sämtliche dort vorkommenden Tiere und Pflanzen auf. Das Ergebnis fließt in die „Strategische Umweltprüfung“ ein, die für derartige Vorhaben verpflichtend vorgeschrieben ist.
Ebenfalls entscheidend für den Aufschließungsweg: Werden zehn kleine Windkrafträder errichtet oder einige große? Für die „Riesen“ muss der Weg wesentlich aufwendiger ausgerichtet sein als für die kleinen Windräder, die aber von der Wirtschaftlichkeit her deutlich darunter liegen.
Die Betreiber werden ohnehin viel Überzeugungsarbeit leisten müssen: Das Lantschfeld in Tweng ist ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet.
Durch dieses Areal würde übrigens auch die viel diskutierte Tauerngasleitung führen. Dieses Projekt heimischer und deutscher Energiekonzerne ist derzeit aber zumindest „auf Eis gelegt“, wenn nicht „gestorben“: Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung hatte ein negatives Ergebnis gebracht.
© SN/SW