Komplizierte Energieernte auf hoher See

28.12.2013

VON MARTIN ARBEITER 
SALZBURG (SN). Die Herausforderungen beim Bau von Windparks auf hoher See sind enorm. Zeit- und Kostenpläne geraten da leicht durcheinander. Diese Erfahrung muss auch die Salzburg AG machen. Der Landesenergieversorger ist an der Trianel beteiligt, einem Verbund städtischer Stadtwerke – als einzigem Mitglied aus Österreich.

Die Trianel Windpark Borkum (TWB) errichtet in der Nordsee einen Windpark, der auf 400 Megawatt Leistung ausgelegt ist. Die Salzburg AG ist an der Gesellschaft mit 1,2 Prozent beteiligt. Die Errichtung des „Off-Shore-Parks“ 45 Kilometer vor der Küste bei Borkum erfolgt in zwei Etappen. 

Ursprünglich sollte die Hälfte der 80 Windräder mit einer Nabenhöhe von 90 Metern im Herbst 2012 in Betrieb gehen. Im Frühjahr 2014 soll es tatsächlich so weit sein. Auch die Kosten sind spürbar gestiegen: Sie liegen inzwischen bei knapp 1,2 Mrd. Euro. Die Salzburg AG gewährt der Projektgesellschaft nun ein zusätzliches, verzinstes Gesellschafterdarlehen von 900.000 Euro.

„Wir alle haben die extremen Bedingungen unterschätzt. Immerhin geht es unter anderem darum, die Windräder in einer Wassertiefe von bis zu 45 Metern zu verankern“, sagt Vorstandsdirektor Leonhard Schitter von der Salzburg AG. Nur ein technisches Detail: Um die Wale beim Setzen der Fundamente nicht zu irritieren, müssen die Errichter einen „Schleier“ um die Baustelle ziehen. Dieser funktioniert über Luftblasen. Diese werden über eine Schlauchleitung auf dem Meeresboden rund um die Baustelle gezielt freigegeben.

Schitter steht weiter zum Engagement: „Das Investment ist richtig und wird eine vernünftige Rendite bringen.“ Er verweist darauf, dass die Windräder bis zu 4500 Stunden pro Jahr in Volllast arbeiten werden. Im Vergleich dazu seien es an Land rund 2000 Stunden.

„Ich finde Wind für die Ökostromerzeugung sehr wichtig.“ Deshalb habe sich die Salzburg AG auch an einem Windpark an Land beteiligt. Die Trianel Onshore Wind GmbH & Co KG errichtet Windräder mit 150 Megawatt Leistung. Ein erster Windpark in Thüringen wurde schon erworben. „Damit wollen wir unsere Kompetenz bei Wind weiter ausbauen – und Wind dort sinnvoll nutzen, wo er auch konstant weht.“ 

Zurück