Ein klägliches Bild

17.03.2011

Und dabei erweisen sich die Vertreter der Salzburger Regierungsparteien immer wieder als besondere Meister — mit zwei Methoden: Da sind zum einen die gerade im Salzburger Landtag so beliebten „Briefträgeranträge“, mit denen SPÖ und ÖVP bei jeder Landtagssitzung ihre Politikerkollegen in Wien und Brüssel zum Handeln auffordern.

Und zum Zweiten ist da die Bürokratie, die der Politik bei Bedarf unangenehme Entscheidungen abnimmt. Es gibt dafür wohl kaum ein besseres Beispiel als das gescheiterte Windrad-Projekt in Thalgau: Aus Angst vor ein paar Kritikern wagten SPÖ und ÖVP lange Zeit nicht, den Bau von Windrädern zu unterstützen. Stattdessen ließ man die Beamten ans Werk. Und die leisteten mithilfe ihrer Gutachter in Thalgau ganze Arbeit: Ein Windrad auf dem Lehmberg? Unmöglich. Das störe den Auerhahn bei der Balz, heißt es da in einer Studie. Die Wimperfledermaus könnte sich bei einer Rotorblattkollision verletzen, liest man an anderer Stelle. Und überhaupt: Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild! Das Ergebnis nach zehn Jahren Antragstellungen, Begutachtungen, Ablehnungen, Berufungen: Die Betreiberfirma ist pleite.

Dass es zum Konkurs der kolowind just zu einem Zeitpunkt kommt, da in Japan die AKW-Reaktoren in die Luft fliegen und mehr Menschen denn je den Ausbau alternativer Energiequellen fordern, ist Pech für die Landesregierung. So tritt das klägliche Bild, das sie in der Frage der Windenergie abgibt, noch drastischer zutage.

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