28.12.2011
TWENG/FLACHAU. Das Land Salzburg verstärkt seine Anstrengungen zur
Nutzung alternativer Energieformen. „Konkret geht es hier um das
Projekt Windsfeld der Salzburg AG“, sagte LHStv. David Brenner in seiner
Eigenschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Salzburg AG bei
einem Informationsgespräch vor kurzem in Salzburg.
Drei bis fünf Windanlagen sollen zwischen Taferlnock und Kesselkopf auf
dem Gebiet der Unterpleißlingalpe in der Nähe des Nordportals des
Tauerntunnels auf dem Gemeindegebiet von Flachau errichtet werden. Die
Zufahrt für den Transport der bis zu 66 Tonnen schweren Elemente soll
vom Lungau aus über das Twenger Lantschfeld erfolgen, wie
Projektentwickler Franz Kok von der Salzachwind GmbH, die den Windpark
im Auftrag der Salzburg AG bauen soll, gegenüber den Bezirksblättern
mitteilt. Aktuell werden hierfür die Verträge ausgearbeitet, die finalen
Gespräche mit den Grundbesitzern laufen.
Das Windsfeld-Projekt ist noch nicht durch
Die Wolken scheinen sich zu lichten. „Aus dem Raumordnungs-Ressort wurde
uns klar signalisiert, dass das Projekt für sinnvoll und
unterstützenswert erachtet wird und den gesetzlichen Bestimmungen
entsprechend umgesetzt werden kann“, betonte Brenner. „Aber wir sind
noch nicht durch. Insbesondere müssen noch etliche naturschutzrechtliche
Themen gelöst werden. Daher kommt es jetzt darauf an, dass alle
Beteiligten ihren guten Willen zeigen und vernünftige Kompromisse
gefunden werden, um dieses zukunftsträchtige Projekt so schnell wie
möglich Wirklichkeit werden zu lassen.“
Die erforderlichen Daten hinsichtlich Naturschutz wurden erhoben, teilt
Kok mit, die Details müssen allerdings noch ausgearbeitet werden. Im
Jänner 2012 berät man sich dazu mit einer Expertenrunde des Landes.
Läuft alles nach Wunsch, dann könnte in weiterer Folge der Zeitplan
erstellt werden, wann die einzelnen Bescheide ausgestellt werden
sollten. Schon 2013/2014 könnte mit dem Bau des Windparks begonnen
werden.
Erneuerbare Energie Ausbaugesetz wird ausgearbeitet
Auch das Energie-Ressort stellt sich hinter das Projekt. Aus dem Büro
des für diesen Bereich zuständigen Landesrates Sepp Eisl heißt es auf
Anfrage der Bezirksblätter, dass man gerade dabei sei, das „Erneuerbare
Energien Ausbaugesetz“ vorzubereiten. Eisl wird darin vorgeschlagen,
dass eine naturschutzfachliche Genehmigung sowohl für Anlage als auch
Zufahrt, zukünftig nicht mehr notwendig sein soll, da solche
Windkraftanlagen, eben wie die am Windsfeld, im öffentlichen Interesse
stünden.
Energie-Autonomie dem Individuum ermöglichen
Der Gesetzesvorschlag soll auch noch in andere Materien eingreifen.
Betreffend Baurecht strebt Eisl die Bewilligungsfreistellung von Solar-
und Photovoltaikanlagen, sowie Kleinwindrädern an, sofern
Nachbarschaftsinteressen (Mindestabstand und Lärmbelastung) gewahrt
werden. Zudem soll es Ausnahmeregelungen für energetisch vorbildhafte
Bauformen – „form follows energy“, südliche Ausrichtung, etc. – geben,
selbst wenn die Bauordnungen anderes besagen.Das
Landeselektrizitätsgesetz soll dahingehend modifiziert werden, dass
kleinere Anlagen (derzeitiger Diskussionsstand 50 kW Anschlussleistung)
nicht mehr zur Bewilligung eingereicht werden müssen.
Eisl ist es wichtig, dass vor allem Bürgern die Möglichkeit geboten
werde, die eigene Unabhängigkeit in der Energieversorgung zu stärken.
Neben der Schaffung von Förderungen sollen vor allem auch bürokratische
Hürden besei-tigt werden. Aus diesem Grund wird im „Erneuerbaren
Energien Ausbaugesetz“ vor allem darauf geachtet, welche derzeitigen
Genehmigungsverfahren entfallen können.
Was den Naturschutz angeht, so will Eisl Ersatzleistungen streichen, wenn Anlagen im öffentlichen Interesse stehen.