Wie lernen aus Fehlern von Energiekontroversen? (1. Juni 2012)

05.10.2012

Der im Beitrag von Herrn Auinger am 31. Mai 2012 beschriebene Vorbildcharakter der Abstimmung über ein Kleinwasserkraftwerk in St.Margarethen Anfang der 80er Jahre für die aktuelle Kontroverse um die Mur hat eine weitere aktuelle Dimension: Das Projekt in St.Margarethen wird dort gerade in der Gemeinde verhandelt und soweit mir bekannt von allen Fraktionen der Gemeindevertretung gut geheißen! Die 30 Jahre seither sind wie zu interpretieren? Gute Ideen brauchen Zeit? Ein besseres Projekt?

Der Lungau hat – anders als alle anderen Bezirke in Salzburg (!) – ein vorbildlich erarbeitetes Energiekonzept aus 2000. Dessen Geltungsdauer war bis 2010, es wurde aber bisher weder die Umsetzung evaluiert noch die Datengrundlage aktualisiert. Ich bin der Meinung, dass das Engagement der BürgerInnen des Lungau pro&kontra Wasser/Wind/Sonnenenergie nicht für projektbezogene und besonders in Vorwahlzeiten meist taktisch und emotional überladene Plebiszite politisch kanalisiert werden soll. Vielmehr sollen die BürgerInnen  durch eine sachbezogene Wiederaufnahme der Energiediskussion der 90er Jahre (welche zum Energiekonzept 2000 geführt hat) in ihrem Engagement ernst genommen werden. Die Energieziele des Landes für 2020 und 2050 verlangen ein Zusammenrücken und kein Auseinanderdividieren von Gruppen und verschiedenen erneuerbaren Energien. Der Lungau hat in jeder Hinsicht die besten Voraussetzungen als Beispiel für das Land zu fungieren.

Franz Kok

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