Energiepolitische Notwendigkeiten (1. Oktober 2012)

05.10.2012

Als treuer Leser der montäglichen Klima-Seite der SN mit wiederkehrenden Argumenten für eine Energiewende bin ich von der Aussage im Kommentar vom 29. September 2012, wonach keine „unmittelbare energiepolitische Notwendigkeit“ für den Ausbau des Murkraftwerks im Lungau besteht, da kein Versorgungsproblem für den Lungau und Salzburg vorliegen, überrascht. Die politische Entwicklung in Richtung Ausstieg aus der Kernenergie und Forcierung der erneuerbaren Energien (auch durch die Ziele des Landes Salzburg für 2020 und 2050!) resultiert ja nicht aus Versorgungsengpässen sondern aus dem Willen, die Risiken der Kernenergie und des Klimawandels nicht auf Dauer in Kauf nehmen zu wollen. Um Versorgungsprobleme zu vermeiden, reichen stärkeren Stromleitungen oder weniger Stromverbrauch. Die „Volksabstimmung an den Steckdosen“ führt aber v.a. in Salzburg zu Verbrauchszuwächsen von 2% pro Jahr (Stricker in den SN vom 1. Oktober), die Möglichkeiten dies durch mehr Effizienz im Stromeinsatz umzukehren werden offensichtlich von Politik, EVU und Stromkunden ignoriert, trotz EU-Effizienzrichtlinie. Energiewendeperspektiven werden vor diesem Hintergrund natürlich nicht einfacher zu erreichen sein, weder mit dem Ausbau des Restpotentials der Wasserkraft, noch mit dem immer noch hohen Kostenniveau der Solarenergie oder dem regionalen Windenergiepotential. Der Lungau hat dafür mit seinem regionalen Energieprogramm noch am ehesten die Voraussetzungen für eine ökologisch und sozial nachhaltige Energieregion – wie es das Biosphärenparkkonzept ja auch vorsieht. Und die LungauerInnen sollten davon auch was haben.

Franz Kok

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